Was jetzt kommt, habe ich in dieser Sitzung gehört und danach zu Hause nachgelesen:
Der größte Kalorienposten des Tages ist kein Sport. Es ist die Alltagsbewegung: Gehen, Stehen, Aufstehen, Tragen, Kochen, Putzen.
In der Forschung heißt dieser Posten NEAT. Zwischen 2 gleich großen Menschen liegen da bis zu 2.000 Kalorien am Tag Unterschied. So viel entscheidet der Alltag, nicht das Fitnessstudio.
Und genau diesen Posten greift das Alter an. Schon ab 40 verliert der Körper rund 1 Prozent Muskelmasse pro Jahr, an den Beinen am schnellsten.
Jetzt kommt der Teil, den fast alle übersehen: Die verbliebenen Muskeln schaltet der Körper bei Alltagsbewegungen zunehmend ab. Er lässt beim Gehen die Gelenke tragen und den Schwung arbeiten, die Muskulatur bleibt so weit wie möglich aus.
Das ist die Muskel-Abschaltung. Von außen sieht die Bewegung gleich aus.
Ich gehe dieselben 6.000 Schritte wie mit 35, ich koche, ich trage Einkäufe. Aber meine Beine erledigen das mit einem Bruchteil der Muskelarbeit von damals, und deshalb mit einem Bruchteil des Verbrauchs.
Die Differenz landet Jahr für Jahr auf der Hüfte. Nicht weil mehr reinkommt. Weil weniger verbrannt wird.
In dem Moment fiel bei mir eine Last ab, die ich 8 Jahre getragen hatte: Es war nie mein Teller. Es war nie meine Disziplin. Mein Verbrauch war eingebrochen, und dagegen kommt kein Kalorienzählen der Welt an.
Und Karin sagte noch etwas, das mich hellhörig gemacht hat: Mit den Muskeln geht auch die Knochendichte zurück. Die Beinmuskeln stützen den Knochen wie ein Korsett, und wenn sie schwächer werden, wird auch der Knochen dünner. Deshalb brechen sich Frauen ab 60 bei einem Sturz auf dem Gehweg die Hüfte, wo sie sich mit 40 höchstens einen blauen Fleck geholt hätten. Es geht also längst nicht mehr nur um die Jeansgröße.