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Eine Tochter reiste 6.500 Kilometer, weil sie nicht länger zusehen wollte, wie ihre Mutter jeden Morgen mit ihren Beinen kämpfte

Was sie in einer kleinen Textilwerkstatt in Nepal entdeckte, sollte später zur Grundlage einer völlig neuen Art von Kompressionsstrumpf werden.

Illustration: Eine Tochter reiste 6.500 Kilometer, weil sie nicht länger zusehen wollte, wie ihre Mutter jeden Morgen mit ihren Beinen kämpfte

Als Anna ihre Mutter Monika an diesem Morgen wieder auf der Bettkante sitzen sah, wusste sie bereits, was gleich passieren würde.

Neben ihr lagen zwei hautfarbene Kompressionsstrümpfe.

Monika griff nach dem ersten Strumpf, zog ihn über die Zehen und versuchte anschließend, das feste Material über ihre Ferse zu bekommen.

Sie zog.

Setzte neu an.

Zog noch einmal.

Nach wenigen Sekunden ließ sie erschöpft los.

COREEX Kompressionsleggings in Anwendung

„Ich kann das heute nicht.“

Für andere wäre es vielleicht nur ein Strumpf gewesen.

Für Monika war es inzwischen jeden Morgen ein Kampf.

Und für ihre Tochter Anna war genau dieser Moment irgendwann einer zu viel.

Angefangen hatte alles einige Jahre zuvor

Monika war eigentlich immer eine aktive Frau gewesen.

Sie kümmerte sich um ihre Familie, war viel auf den Beinen und dachte lange nicht besonders darüber nach, wenn ihre Beine am Abend einmal schwer waren.

Doch mit den Jahren veränderte sich etwas.

Besonders rund um die Wechseljahre wurden die Beschwerden immer stärker.

Illustration: Angefangen hatte alles einige Jahre zuvor

Ihre Knöchel schwollen an.

Am Abend spannten die Schuhe.

Die Beine fühlten sich schwer und heiß an.

Manchmal brannte die Haut.

Dann kamen Kribbeln und unangenehme Missempfindungen hinzu.

An manchen Tagen fühlten sich einzelne Bereiche sogar taub an.

Starke oder länger anhaltende Schwellungen können den Druck im Gewebe erhöhen und empfindliche Strukturen zusätzlich belasten. Monika beschrieb es irgendwann nur noch so:

„Meine Beine fühlen sich an, als würden sie von innen unter Spannung stehen.“

Was zunächst nur unangenehm gewesen war, begann ihren gesamten Alltag zu bestimmen.

Längeres Stehen wurde anstrengend.

Warme Sommertage wurden zur Qual.

Und spätestens am Abend wollte Monika eigentlich nur noch ihre Beine hochlegen.

Schließlich empfahlen Ärzte ihr Kompressionsstrümpfe.

Und grundsätzlich tat ihr die Kompression gut.

Das Problem war nur:

Die Strümpfe selbst wurden zunehmend zur Belastung.

„Etwas, das helfen soll, kann doch nicht jeden Morgen so ein Kampf sein.“

Illustration: Etwas, das helfen soll, kann doch nicht jeden Morgen so ein Kampf sein.

Die medizinischen Modelle waren so fest, dass Monika immer größere Schwierigkeiten hatte, sie alleine anzuziehen.

An manchen Tagen brauchte sie Anna.

An anderen Tagen verzichtete sie irgendwann einfach darauf.

Dazu kam die Wärme.

Gerade im Sommer staute sich Hitze unter dem dichten Material.

Die Haut juckte. Die Strümpfe begannen unangenehm zu müffeln und mussten ständig gewaschen werden.

Der Stoff fühlte sich nach einigen Stunden unangenehm an.

Und nach einem langen Tag wollte Monika eigentlich nur noch eines:

Die Strümpfe wieder ausziehen.

Auch die Kosten störten Anna.

Hochwertige medizinische Kompressionsversorgung kann je nach Ausführung, Kompressionsklasse und notwendiger Anpassung teuer werden. Dazu kommen Vermessung, Ersatz und regelmäßige Neuversorgung.

Anna stellte sich deshalb immer wieder dieselbe Frage:

Warum gab es offenbar nur zwei Möglichkeiten?

Entweder angenehme Strümpfe ohne ausreichenden Halt.

Oder starke Kompression, die sich schwierig anziehen ließ und die ihre Mutter ungern den ganzen Tag trug.

Irgendwann sagte Anna:

„Es kann doch nicht sein, dass etwas, das deinen Alltag leichter machen soll, schon morgens zum Problem wird.“

Dieser Satz ließ sie nicht mehr los.

Also begann Anna zu suchen

Illustration: Also begann Anna zu suchen

Zunächst nach dem Offensichtlichen.

Andere Kompressionsstrümpfe.

Andere Hersteller.

Andere Materialien.

Andere Länder.

Sie bestellte unterschiedliche Modelle aus Europa und den USA.

Manche waren weicher.

Andere ließen sich etwas leichter anziehen.

Wieder andere fühlten sich angenehmer auf der Haut an.

Doch immer gab es einen Kompromiss.

War das Material weich, fehlte Monika das Gefühl von Unterstützung.

War der Druck stärker, begann wieder derselbe Kampf beim Anziehen.

Also änderte Anna irgendwann ihre Suche.

Sie suchte nicht länger nach dem perfekten Kompressionsstrumpf.

Sie suchte nach Menschen, die verstanden, wie man Druck, Elastizität und Tragekomfort in einem Stoff miteinander verbindet.

Und genau diese Suche führte sie schließlich an einen Ort, mit dem weder sie noch ihre Mutter gerechnet hatten.

6.500 Kilometer von Deutschland entfernt.

Nach Nepal.

Dort, wo Textilien noch nicht einfach „produziert“ werden

Anna hatte zunächst mit einer modernen Textilfabrik gerechnet.

Als sie schließlich die kleine Werkstatt in Pokhara betrat, sah sie etwas vollkommen anderes.

Keine kilometerlangen Fließbänder.

Keine riesigen Hallen.

Keine anonyme Massenproduktion.

Stattdessen saßen Frauen und Männer hochkonzentriert an ihren Arbeitsplätzen.

Vor ihnen lagen feine Garne.

Maschen wurden geprüft.

Spannungen korrigiert.

Fäden mit einer Genauigkeit geführt, bei der Anna minutenlang einfach nur zusah.

Illustration: Dort, wo Textilien noch nicht einfach produziert werden

Es hatte fast etwas Meditatives.

Immer dieselben ruhigen Bewegungen.

Faden für Faden.

Masche für Masche.

Gleichmäßig.

Konzentriert.

Fast perfektionistisch.

Eine Mitarbeiterin ließ das Garn immer wieder durch ihre Finger laufen, bevor sie es weiterverarbeitete.

An einem anderen Tisch wurde jedes fertige Stück noch einmal kontrolliert.

Nicht flüchtig.

Sondern Zentimeter für Zentimeter.

Was Anna dort sah, war keine klassische industrielle Produktion.

Es war Handwerk.

Hinter der Werkstatt steckte eine Familie

Illustration: Hinter der Werkstatt steckte eine Familie

Geführt wurde die kleine Manufaktur von Sunita und ihrer Familie.

Das textile Handwerk war bereits seit Generationen Teil ihrer Geschichte.

Bereits in fünfter Generation arbeitete die Familie mit Garnen, Stricktechniken und elastischen Geweben, die kein Großkonzern industriell nachmachen konnte.

Sunita hatte ihr Wissen wiederum von ihrer eigenen Familie gelernt.

Heute arbeitete auch ihr Sohn Rajan mit in der Werkstatt.

Eines Tages wollte er den Betrieb übernehmen.

Doch es war nicht nur die Präzision der Familie, die Anna faszinierte.

Es war die Art von Textilien, mit denen sie Erfahrung gesammelt hatten.

Denn ein Teil ihres Wissens stammte aus einem Bereich, in dem Stoff buchstäblich über Lebensqualität entscheiden kann.

Was Verbrennungsnarben mit Monikas geschwollenen Beinen zu tun hatten

Illustration: Was Verbrennungsnarben mit Monikas geschwollenen Beinen zu tun hatten

Die Familie beschäftigte sich unter anderem mit elastischen Geweben und Druckbekleidung für besonders empfindliche Haut.

Sie verkauften ihre Stoffe an ein nahegelegenes Krankenhaus in Bhaktapur, das Brandopfer aus den umliegenden Regionen behandelte. 

Solche Materialien spielen beispielsweise auch bei der Versorgung ausgeprägter Narben nach schweren Verbrennungen eine Rolle.

Bisher hatte sich sonst niemand für ihre Stoffe interessiert - und die kleine nepalesische Familie hatte nicht genügend Geld und das Wissen, um ihre einzigartigen Stoffe in die Welt hinaus zu tragen.


Und plötzlich wurde Anna klar, wie extrem die Anforderungen an einen solchen Stoff sein können.

Denn stellen Sie sich einmal vor:

Sie tragen ein eng anliegendes Kleidungsstück nicht für eine Stunde.

Nicht für einen Nachmittag.

Sondern teilweise fast den gesamten Tag.

Tag für Tag.

Über Monate.

Dabei muss das Gewebe Druck ausüben.

Es muss eng am Körper anliegen.

Es darf sich nicht innerhalb weniger Stunden vollkommen verformen.

Und gleichzeitig trifft es auf Haut, die besonders empfindlich sein kann.

Zu viel Reibung?

Problematisch.

Zu viel Wärme?

Unangenehm.

Ein ungleichmäßiger Sitz?

Ebenfalls problematisch.

Für die Menschen in der kleinen Werkstatt bedeutete ein elastischer Stoff deshalb nicht einfach:

„Möglichst eng.“

Sie dachten in Spannungsverteilung.

Maschendichte.

Elastizität.

Hautkontakt.

Bewegung.

Und Tragekomfort.

Anna nahm eines der Materialstücke in die Hand.

Sie zog es auseinander.

Der Stoff gab nach – und zog sich kontrolliert wieder zusammen.

Dabei fühlte er sich vollkommen anders an als die festen medizinischen Strümpfe ihrer Mutter.

Und plötzlich hatte sie eine Idee.

„Was wäre, wenn wir gar keinen klassischen Kompressionsstrumpf daraus machen?“

Anna dachte wieder an ihre Mutter.

An die Stellen, an denen die Strümpfe einschnitten.

An die harte Kante.

An das unangenehme Gefühl, dass die Kompression irgendwann einfach aufhörte.

Und sie stellte sich eine andere Frage:

Was wäre, wenn man nicht nur einen Teil des Beins in einen engen Strumpf steckte – sondern das gesamte Bein in die Unterstützung einbezog?

Illustration: Was wäre, wenn wir gar keinen klassischen Kompressionsstrumpf daraus machen?

Vom Knöchel.

Über die Wade.

Über das Knie.

Bis hinauf zum Oberschenkel.

Nicht als medizinisch wirkender Strumpf.

Sondern als Leggings.

Eine Leggings, deren textile Struktur das ganze Bein umschließt und den Halt über eine viel größere Fläche verteilt.

Anna wollte keine noch stärkere Kompression.

Sie wollte eine intelligentere Verteilung der Unterstützung.

Eine Art Kompressions-Leggings, die sich dem Bein als Ganzes anpasste.

Also wurde Monikas Schlafzimmer zum Testlabor

Anna konnte ihre Mutter natürlich nicht einfach für mehrere Wochen nach Nepal holen.

Also improvisierten sie.

Gemeinsam mit der Familie fertigte Anna zunächst kleine Materialproben an.

Unterschiedliche Garne.

Unterschiedliche Strickdichten.

Unterschiedliche Spannungszonen.

Und vor allem:

unterschiedliche Möglichkeiten, die Elastizität über das gesamte Bein zu verteilen.

Aus den vielversprechendsten Varianten entstanden schließlich die ersten vollständigen Leggings-Prototypen.

Anna verpackte sie und schickte sie nach Deutschland.

Illustration: Also wurde Monikas Schlafzimmer zum Testlabor

Einige Tage später klingelte ihr Telefon.

Monika war dran.

„Unten ist sie noch zu eng.“

Also zurück an den Arbeitstisch.

Der nächste Prototyp kam.

„Viel angenehmer. Aber am Knie stimmt etwas noch nicht.“

Wieder zurück.

Der dritte fühlte sich gut an, bot Monika aber an der Wade noch nicht genügend Unterstützung.

Der vierte saß besser – war nach mehreren Stunden aber noch zu warm.

Wochenlang lief es so.

Nepal entwickelte.

Deutschland testete.

Nepal verbesserte.

Teilweise saßen Anna und ihre Mutter per Videoanruf zusammen, während Monika den neuesten Prototyp anzog.

Anna beobachtete genau.

Wie leicht kam das Material über die Füße?

Über die Waden?

Über die Knie?

Musste Monika stark ziehen?

Schnitt irgendwo etwas ein?

Wie fühlten sich ihre Beine nach einer Stunde an?

Und wie am Abend?

Anna machte sich Notizen.

Dann ging sie mit ihren Aufzeichnungen wenige Meter zurück in die Werkstatt.

Dort wurde wieder gestrickt.

Wieder verändert.

Wieder getestet.

Faden für Faden.

Masche für Masche.

Bis eines Tages ein Paket in Deutschland ankam, das alles veränderte

Monika setzte sich wie immer auf ihre Bettkante.

Sie nahm den neuesten Prototyp.

Zog ihn über die Füße.

Über die Waden.

Über die Knie.

Und schließlich über ihre Oberschenkel.

Anna war per Video zugeschaltet.

Sie wartete auf Kritik.

Zu eng?

Zu locker?

Rutscht?

Kratzt?

Schneidet irgendwo etwas ein?

Stattdessen sah Monika ihre Tochter nur an.

Illustration: Bis eines Tages ein Paket in Deutschland ankam, das alles veränderte

Dann sagte sie:

„Anna … das war's schon?“

Kein minutenlanges Zerren an einem extrem festen Kompressionsstrumpf.

Keine harte Abschlusskante, die sich unangenehm in ihr geschwollenes Bein drückte.

Und vor allem nicht mehr dieses Gefühl, dass nur ein einzelner Bereich des Beins zusammengedrückt wurde.

Zum ersten Mal fühlte sich für Monika das gesamte Bein unterstützt an.

Vom Knöchel über Wade und Knie bis hinauf zum Oberschenkel.

Sie stand auf.

Lief ein paar Schritte.

Die Leggings lag eng am Körper.

Aber anders.

Weicher.

Flexibler.

Flächiger.

Für Monika fühlte es sich weniger nach „Quetschen“ und mehr nach einer gleichmäßigen Unterstützung des gesamten Beins an.

Und genau dieser Moment wurde zur Grundlage von Coreex - die Marke, unter der die Leggings später bekannt werden sollte.

Aus einem Strumpfproblem entstand eine neue 3D-Strickidee

Gemeinsam mit der Manufaktur entwickelte Anna die besondere 3D-Strickstruktur weiter.

Illustration: Aus einem Strumpfproblem entstand eine neue 3D-Strickidee

Der Gedanke dahinter:

Nicht einfach einen möglichst engen Strumpf herstellen.

Sondern ein dreidimensional aufgebautes Gewebe schaffen, das sich entlang des gesamten Beins an dessen Form anpasst.

Eine Leggings, die nicht plötzlich an der Wade oder am Oberschenkel endet und dort eine harte Abschlusskante bildet.

Sondern eine durchgehende textile Struktur.

Vom Knöchel bis zum Oberschenkel.

Die unterschiedlichen Bereiche des Beins sollten dabei nicht alle exakt gleich behandelt werden.

Stattdessen wurde mit unterschiedlichen Maschendichten, Garnspannungen und Elastizitätszonen gearbeitet.

So sollte die Leggings das Bein großflächig umschließen und unterstützen, anstatt lediglich einzelne Bereiche maximal zusammenzudrücken.

Das Material sollte Bewegung zulassen.

Sich gleichzeitig stabil anfühlen.

Und Unterstützung bieten, ohne dass Monika das Gefühl bekam, ihre Beine morgens in einen steifen medizinischen Kompressionsstrumpf zwängen zu müssen.

Die daraus entstandene 3D-Stricktechnologie wurde später von Coreex zum Patent angemeldet.

Nach zahlreichen Prototypen stand schließlich das Produkt.

Doch damit entstand ein vollkommen neues Problem.

Die kleine Werkstatt konnte die Leggings herstellen – bis in Deutschland plötzlich etwas passierte

Illustration: Die kleine Werkstatt konnte die Leggings herstellen – bis in Deutschland plötzlich etwas passierte

Nachdem die ersten Prototypen immer weiter verbessert worden waren, entschied Anna schließlich:

Sie wollte Coreex auch anderen Frauen in Deutschland zugänglich machen.

Zunächst vorsichtig.

Eine erste kleine Produktionsmenge.

Keine riesigen Stückzahlen.

Schließlich wusste niemand, ob andere Frauen dasselbe Problem hatten wie Monika – und ob sie die neue Art der Kompression genauso empfinden würden.

Doch bereits kurz nach dem Verkaufsstart passierte etwas, womit weder Anna noch die Familie in Nepal gerechnet hatte.

Die ersten Kundinnen erzählten anderen Frauen davon.

Bestellungen kamen herein.

Dann immer mehr.

Und plötzlich war die erste Produktion:

komplett ausverkauft.

Die Familie in Nepal arbeitete weiter.

Neue Leggings wurden gefertigt und nach Deutschland geschickt.

Doch kaum war die nächste Lieferung verfügbar, füllte sich das Lager erneut schneller als erwartet.

Wieder ausverkauft.

Spätestens als Coreex zum dritten Mal vollständig vergriffen war, wurde Anna klar:

Das Problem war nicht mehr, genügend Kundinnen für ihre Idee zu finden.

Das Problem war plötzlich:

Wie sollten sie überhaupt genügend Leggings herstellen?

Die kleine Manufaktur hatte das Wissen.

Sie hatte die Erfahrung.

Und sie konnte genau die Qualität liefern, wegen der Anna überhaupt mit ihr zusammenarbeiten wollte.

Doch die vorhandenen Maschinen waren begrenzt.

Die Räume waren klein.

Viele Arbeitsschritte dauerten lange.

Und während in Deutschland immer mehr Bestellungen eingingen, kamen die Menschen in Nepal mit der Produktion kaum noch hinterher.

Anna stand vor einer Entscheidung.

Sie hätte die Entwicklung nehmen und zu einem großen industriellen Hersteller wechseln können.

Moderne Produktionsstraßen.

Größere Kapazitäten.

Schnellere Lieferzeiten.

Vermutlich wäre das der einfachere Weg gewesen.

Aber für Anna fühlte es sich falsch an.

Denn die Menschen in Nepal waren nicht irgendein austauschbarer Lieferant.

Sie hatten Coreex gemeinsam mit ihr entwickelt.

Also entschied sie sich dafür, nicht die Produktion zu wechseln.

Sondern sie gemeinsam mit ihnen aufzubauen.

Anna investierte nicht nur in das Produkt – sondern in die Menschen dahinter

Illustration: Anna investierte nicht nur in das Produkt – sondern in die Menschen dahinter

Gemeinsam mit der Familie begann Anna, die Produktion vor Ort auszubauen.

Neue Maschinen wurden finanziert.

Die Produktionsräume wurden erweitert.

Arbeitsplätze konnten modernisiert werden.

Und Menschen aus der Umgebung wurden ausgebildet, um die besonderen Strick- und Fertigungstechniken zu lernen.

Die kleine Manufaktur begann zu wachsen.

Aber nicht, indem ihr ursprüngliches Wissen durch anonyme Massenfertigung ersetzt wurde.

Im Gegenteil.

Die neuen Maschinen sollten es ermöglichen, die Präzision der ursprünglichen Herstellung auch bei größeren Stückzahlen beizubehalten.

Die Mitarbeiter lernten, moderne Technik mit dem textilen Know-how der Familie zu verbinden.

Gleichzeitig entstand etwas, womit Anna zu Beginn ihrer Reise überhaupt nicht gerechnet hatte.

Neue Arbeitsplätze.

Plötzlich sprach sich die kleine Produktion im Dorf herum

Was mit einer einzelnen Familie begonnen hatte, blieb nicht lange unbemerkt.

Menschen aus der Umgebung hörten, dass die Werkstatt neue Mitarbeiter suchte.

Illustration: Plötzlich sprach sich die kleine Produktion im Dorf herum

Sie kamen vorbei.

Wurden angelernt.

Lernten Maschinen zu bedienen.

Qualität zu prüfen.

Garne zu verarbeiten.

Und die besondere Strickstruktur von Coreex herzustellen.

Für einige bedeutete das erstmals die Möglichkeit, einen regelmäßigen Arbeitsplatz unmittelbar in ihrer Region zu finden.

Ohne dafür dauerhaft weit weggehen zu müssen.

Mit wachsender Produktion verbesserten sich damit auch die wirtschaftlichen Möglichkeiten mehrerer Familien vor Ort.

Und aus der kleinen Werkstatt wurde Schritt für Schritt ein Arbeitgeber für die Umgebung.

Doch eine Sache sollte sich nie verändern:

Der Anspruch an die Qualität.

Noch heute werden die Garne mit hoher Präzision verarbeitet.

Strickbilder kontrolliert.

Unregelmäßigkeiten aussortiert.

Und die Menschen, die an Coreex arbeiten, wissen genau, woher das Produkt kommt.

Nicht aus einer anonymen Produktidee.

Sondern aus einem Problem, das sie gemeinsam mit Anna lösen wollten.

Wer ihnen heute bei der Arbeit zusieht, erkennt dieselbe Konzentration wie damals.

Ruhig.

Gleichmäßig.

Präzise.

Fast meditativ.

Illustration: Plötzlich sprach sich die kleine Produktion im Dorf herum

Anna wollte eigentlich nur ihrer Mutter helfen

Doch irgendwann wurde ihr klar:

Monika war nicht die einzige Frau mit diesem Problem.

Illustration: Anna wollte eigentlich nur ihrer Mutter helfen

Viele Frauen kennen schwere Beine.

Geschwollene Knöchel.

Wassereinlagerungen.

Spannungsgefühle.

Unangenehme Beine nach einem langen Tag im Sitzen oder Stehen.

Und viele kennen auch den täglichen Kampf mit klassischen Kompressionsstrümpfen:

Das mühsame Anziehen.

Das feste Material.

Das Einschneiden.

Und das Gefühl, dass die Kompression genau dort endet, wo das Bein eigentlich weiterhin Unterstützung gebrauchen könnte.

Dazu kommen Frauen, die sich ein glatteres, gestützteres Gefühl an den Beinen wünschen und die Leggings beispielsweise im Zusammenhang mit dem Erscheinungsbild von Cellulite tragen.

Was ursprünglich nur eine Lösung für Monika sein sollte, konnte plötzlich sehr viel mehr Menschen erreichen.

Und genau darin sah Anna die Chance.

Die Entwicklung sollte nicht in ihrer Familie bleiben.

Sie wollte sie in die Welt tragen.

Von einem einzigen Prototyp für Monika zu einer Leggings, die dreimal ausverkauft war

Illustration: Von einem einzigen Prototyp für Monika zu einer Leggings, die dreimal ausverkauft war

Anna wollte ursprünglich nur ein Problem lösen.

Das ihrer Mutter.

Sie wollte, dass Monika morgens nicht mehr auf der Bettkante sitzen und mit ihren einschneidenden Kompressionsstrümpfen kämpfen musste.

Frauen mit Wassereinlagerungen.

Doch nachdem die Coreex Leggings in Deutschland erhältlich war, merkte sie schnell:

Monika war bei Weitem nicht allein.

Immer mehr Frauen entdeckten Coreex für sich.

Frauen mit schweren Beinen.

Frauen, die den ganzen Tag stehen.

Frauen, die stundenlang sitzen.

Und Frauen, die klassische Kompressionsstrümpfe zwar kannten – aber das Einschneiden, die harte Kompression oder das mühsame Anziehen satthatten.

Was zunächst nur in kleinen Mengen produziert worden war, verbreitete sich immer weiter.

Die erste Charge war ausverkauft.

Dann die zweite.

Und schließlich war Coreex bereits zum dritten Mal vollständig vergriffen.

Zeitweise kamen die Mitarbeiter in Nepal kaum hinterher, genügend Leggings für die Bestellungen aus Deutschland herzustellen.

Aus Annas persönlicher Suche war plötzlich ein Produkt geworden, nach dem Tausende Frauen fragten.

Und genau das macht die Geschichte für sie bis heute so besonders.

Denn jedes Mal, wenn in Deutschland eine neue Coreex Leggings bestellt wird, beginnt ihre Reise dort, wo Anna vor Jahren zum ersten Mal diese kleine Werkstatt betreten hatte.

In Nepal.

Bei den Menschen, die gemeinsam mit ihr aus einer Idee für ihre Mutter etwas viel Größeres gemacht haben.

Heute stehen dort neue Maschinen.

Die Werkstatt ist gewachsen.

Menschen aus dem umliegenden Dorf haben neue Arbeitsplätze gefunden.

Und trotzdem sieht Anna bei ihren Besuchen noch immer dasselbe Bild wie ganz am Anfang:

Menschen, die hochkonzentriert vor ihren Garnen sitzen.

Faden für Faden.

Masche für Masche.

Mit einer Präzision, die beinahe etwas Meditatives hat.

Nur dass die Leggings, die dort entstehen, heute nicht mehr lediglich in einem kleinen Paket zu Monika nach Deutschland geschickt werden.

Sie werden mittlerweile von Frauen in ganz Deutschland getragen.

Und dass Coreex bereits dreimal komplett ausverkauft war, ist für Anna vielleicht der schönste Beweis dafür, dass ihre Mutter mit ihrem Problem nie allein war.

Alles begann mit einem Satz auf einer Bettkante:

„Ich kann das heute nicht.“

Heute muss Monika nicht mehr jeden Morgen mit ihren alten Kompressionsstrümpfen kämpfen.


Und aus der Lösung, die Anna eigentlich nur für sie entwickeln wollte, entstand eine Kompressions-Leggings, die gerade dabei ist, die Art zu verändern, wie immer mehr Frauen über Kompression denken.

Illustration: Von einem einzigen Prototyp für Monika zu einer Leggings, die dreimal ausverkauft war

Coreex – Kompression neu gedacht.

Vom ganzen Bein. Für das ganze Bein.

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